Sternensonde

ErwähltGezeichnet
House of Night 1

Autoren: P.C. Cast und Kristin Cast
Erscheinungsdatum: Dezember 2009
Genre: Vampir-Fantasy

Sternensonde Wertung:
Sehr gut

 

 

Zusammenfassung:

Als auf der Stirn der 16jährigen Zoey Redbird eine saphirblaue Mondsichel aufscheint, weiß sie, dass ihr nicht viel Zeit bleibt, um ins House of Night, das Internat für Vampyre, zu kommen. Denn jetzt ist sie gezeichnet. Im House of Night soll sie zu einem richtigen Vampyr ausgebildet werden vorausgesetzt, dass sie die Wandlung überlebt. Zoey ist absolut nicht begeistert davon, ein neues Leben anfangen zu müssen, so ganz ohne ihre Freunde das einzig Gute ist, dass ihr unerträglicher Stiefvater sie dort nicht mehr nerven kann.

Aber Zoey ist kein gewöhnlicher Vampyr sie ist eine Auserwählte der Vampyrgöttin Nyx. Und sie ist nicht die Einzige im House of Night mit besonderen Fähigkeiten...

Kommentar:

Es gibt Hypes und Trends an denen kommt man einfach nicht vorbei, egal wie vehement man sich dagegen wehrt. Grundsätzlich halte ich nichts von Massenkost, die durch geschicktes Marketing und aggressive Werbung an die Frau oder den Mann gebracht werden soll. Bei solchen Büchern bin ich besonders kritisch und vorsichtig. Das war bei Harry Potter so, bei der Biss-Reihe und auch hier, bei der neuen House of Night-Serie. Doch bei allen dreien die ich hier genannt habe, lies ich mich dazu hinreißen, trotzdem ein Buch zu lesen oder einen Film anzuschauen. Und wie bei Harry Potter oder Twilight sind auch bei dieser Reihe der Fanrummel und die Begeisterung der Leser auf gewisse Art und Weise gerechtfertigt.

House of Night ist eine moderne Vampirserie um die junge Zoe Redbird und ist vor allem auf junge, weibliche Teenager zugeschnitten. Geschrieben wurde die Serie von einem Mutter-Tochter-Gespann. Die junge Kristin Cast hat ihrer Mutter P.C. zu einem jugendlichen Touch verholfen, der manchmal leider etwas zu platt und plump wirkt. In der deutschen Übersetzung werden hauptsächlich einfach viele Wortendungen weggelassen und der ungeliebte Stiefvater als Stiefpenner bezeichnet. Die soll eine lockere Jugendsprache vermitteln. Das gelingt nicht immer und eine etwas anspruchsvollere Sprache hätte den Büchern und der Geschichte gut getan, auch wenn Zoe aus ihrer jugendlichen Ich-Perspektive erzählt.

Was dagegen generationsübergreifend aufregend und fesselnd erscheint, ist die Story um die Hauptdarstellerin und ihr holpriger Weg in der Wandlung zum Vampir. Dieser wird hier gänzlich anders als bei der Twilight-Serie oder anderen genreähnlichen Romanen thematisiert. Die Jungvampire sind keine blutrünstigen Monster oder schwermütig Verliebte, sondern normal erscheinende, pubertierende Jugendliche mit außergewöhnlichen Sinnen und Fähigkeiten, aber denselben Problemen wie ihre menschlichen Pendants. Ein Internat für junge Vampire mit sonderbaren Unterrichtsfächern, das erinnert doch stark an Harry Potter. Und ich muss gestehen, auch von Gezeichnet" geht eine ähnliche Faszination aus, obwohl sie bei weitem nicht so atmosphärisch dicht und magisch daherkommt. Der Schreibstil ist sehr locker und leicht, die Lektüre unterhaltsam und kurzweilig. Irgendwie passiert im ersten Band nicht wirklich viel, und trotzdem schafft es die Autorin, den Leser bei der Stange zu halten. Erst das Finale vermittelt etwas Bedrohliches und Spannendes und ich denke, dass die kommenden Teile spektakulärer ausfallen werden. Dies hier scheint mir eher wie eine Einführung in das House of Night". Und weil es wirklich interessant war, werde ich wiederkommen. Und so hat wieder das Marketing funktioniert und auch mich erreicht. Doch ich habe es nicht bereut und bin der Meinung, die vielen Leser und Fans der Serie gibt es zu Recht.