Coraline zieht um. In dem neuen Haus wohnen außer Coraline und ihren Eltern noch einige merkwürdige Gestalten: zwei schrullige alte Theaterschauspielerinnen und ein Mann, der ein Mäuseorchester aufbauen will. Doch diese Mitbewohner sind nichts gegen das, was sich hinter der verschlossenen Tür in Coralines Wohnung verbirgt. Dort entdeckt Coraline eine andere Welt -- die fast genauso aussieht wie ihre eigene. Zunächst gefällt es Coraline dort auch ganz gut. Ihre "andere Mutter" kocht viel besser als ihr Vater und kümmert sich aufmerksam um sie. Doch Coraline merkt schnell, dass sich hinter ihrer Freundlichkeit etwas Grässliches verbirgt. Diese Frau ist eine Kinderfängerin, und sie hat es auf Coraline abgesehen. Nach und nach findet Coraline heraus, wie albtraumhaft diese andere Welt tatsächlich ist. Ihre "andere Mutter" isst Kakerlaken statt Bonbons, Horden von Ratten streifen umher, gespenstische Wesen lauern in den Ecken. Aber es ist zu spät: Coraline hat den Schlüssel zu ihrer eigenen Welt nicht mehr, und dann nimmt die böse Kinderfängerin auch noch ihre echten Eltern gefangen...
Kommentar:
Neil Gaiman ist spätestens seit seinem Werk „Der Sternwanderer“ bekannt für seine märchenhaft-phantastischen Ideen. Coraline macht hier keine Ausnahme, weicht jedoch durch seine Gruselkomponente etwas von der üblichen Kost ab. Der Roman vermittelt einen subtilen, unterschwelligen Horror, der keinerlei Blutrünstigkeit bedarf, um unter die Haut zu gehen. Die Geschichte beschreibt eine groteske Situation in die Coraline gerät. In einer Parallelwelt trifft sie den bizarren Abklatsch aller Menschen ihrer Umgebung. Ihre „andere“ Mutter ist jedoch die Hauptbedrohung in diesem Abenteuer und die wohl grausamste Figur. Wer seinen Kindern schlaflosen Nächte bescheren möchte, der sollte diese Story als Gutenachtgeschichte wählen. Erwachsene die sich auf niveauvolle Weise gruseln möchten, sei dieser Titel wärmstens empfohlen.
Das Buch wurde mittlerweile als Animationsfilm umgesetzt. Henry Selick, Schöpfer von „Nightmare before Christmas“ zeichnet hier verantwortlich. Und in genau diese Sparte passt auch die Atmosphäre die dieses Buch vermittelt: Schräg, skurril und gruselig.