Eigentlich hatte Dima geglaubt, er würde eine ganz normale Jugend in einer russischen Kleinstadt verleben. Jedenfalls bis zu dem Tag, als ihn ein Fotograf im Park um ein Bild für die Zeitung bittet. Dima stellt sich in Positur, der Fotoapparat klickt – und plötzlich findet sich der Junge in einer völlig anderen Welt wieder: einem magischen Archipel aus vierzig kleinen Inseln, umgeben von einem endlosen Meer. Auf jeder dieser Inseln steht eine Burg mit Wachturm, von der sich Brücken zu den jeweiligen Nachbarinseln spannen. Und jede dieser Inseln beherbergt etwa ein Dutzend andere Jugendliche, die alle auf dieselbe Weise hierher geholt wurden wie Dima. Zwischen den Inselbewohnern findet ein »Spiel« statt: Sie treffen sich auf den Verbindungsbrücken und bekämpfen sich mit Schwertern – denn es heißt, derjenige, der alle Inseln erobert, darf zur Erde zurück. Doch Dima will sich damit nicht abfinden. Er will wissen, wer diese phantastische Inselwelt geschaffen hat und zu welchem Zweck.
Kommentar:
Sergej Lukianenko versetzt nicht nur seinen Hauptdarsteller Dima, sondern auch den Leser in ein wahrhaft phantastisches Abenteuer. Die Szenerie und einige andere Gegebenheiten erinnern an die Serie Lost in jugendlicher Verpackung. Mit ähnlicher Mystik versehen will auch hier der Leser wissen, was hinter den Inseln wirklich steckt und ob es die Außerirdischen tatsächlich gibt. Die Botschaft des Romans ist jedoch weitaus tiefgründiger. Lukianenko beschäftigt sich mit den Unergründlichkeiten des menschlichen Wesens, mit Gruppendynamik, rassistischen Prägungen und auch politischen Zwängen nach denen sich Menschen einordnen und denen sie oft ohne Überlegung folgen. Aufgebaut ist das Ganze auf eine spannende, mystische und perfekt inszenierte Geschichte, die zu keiner Zeit langweilig wird. Dima und seine Gefährten sind greifbare Charaktere. Das die Geschichte eine eigentlich lupenreine Science-Fiction-Story ist, wird erst nach und nach klar und diese sorgt für ein wirklich ungewöhnliches Finale. Ein meisterhaft geschriebener Roman mit hoher moralischer Botschaft und einer düster beklemmenden Atmosphäre trotz heller, urlaubsähnlicher Kulisse.