Sternensonde

Somnia Somnia

Autor: Christoph Marzi
Paperback, Broschur
608 Seiten, 13,5 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-453-52483-5
€ 14,00
Erscheinungsdatum: November 2008
Genre: Fantasy

Sternensonde Wertung:
Genial

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Zusammenfassung:

Die Welt ist im Wandel. Verborgene Himmel verschwinden, Träume werden zu Fallen. In London sind zwei mächtige Häuser endlich geeint. Weit entfernt, in der unergründlichen Welt unterhalb New Yorks, verschwinden wieder Kinder und Engel formieren sich zur letzten großen Schlacht…

Scarlet Hawthorne kann sich nur noch an ihren Namen erinnern als sie blutbefleckt im New Yorker Battery Park zu sich kommt. Furchterregende Wesen verfolgen sie durch die Winternacht. Die Wendigo, wölfische, geisterhafte, aus Schnee geborene Dämonen. Mit Mühe entkommt sie ihnen, auch durch die Hilfe von Anthea Atwood, einer außergewöhnlichen alten Dame, die sich ihrer annimmt. Gemeinsam mit ihr und Jake, Mistress Atwoods Schützling, macht sich Scarlet auf die Suche nach ihrer  Vergangenheit. Diese Suche führt sie in die uralte Metropole unter New York und schließlich in die Hölle, wo alte Bekannte und Lord Somnia persönlich auf die junge Frau warten. Denn sie ist der Köder im verwegenen Plan des Lichtlords…

Kommentar:

Ein Jahr habe ich nach dem Erscheinen des Buches gewartet um endlich in die uralte Metropole zurückzukehren. Zum einen, weil ich mir die Geschichte aufheben wollte und Angst hatte das es das letzte Abenteuer zu dieser Thematik von Marzi sein würde (im Nachwort gibt der Autor jedoch einen Hinweis, dass es weitergehen könnte. Hoffentlich!). Und zum anderen, weil die Weihnachts- und Winterzeit die beste Zeit ist um diese Romane im passenden Ambiente zu lesen.

Somnia ist für meinen Geschmack der beste Teil der Reihe geworden. Kein anderer Roman hatte so eine dichte und stimmige Handlung, verlief so linear und hatte so ein dramatisches Finale mit spektakulären Wendungen. Zu Beginn wartet der Roman mit gänzlich anderen Charakteren als seine Vorgänger auf und knüpft Seite um Seite die Verbindung zu altbekannten und geliebten Figuren. Die Geheimnisse werden im Verlauf der Geschichte wohldosiert aufgelöst. Besonders schön fand ich die Elemente aus dem Zauberer von Oz die bei Somnia zu finden sind. Keine Geschichte hat die heutigen Autoren und Leser wohl mehr beeinflusst als diese. Ob Claudia Funke bei „Tintenherz“, oder in Stephen Kings „Der dunkle Turm“ um nur zwei der unzähligen Beispiele zu nennen. Immer wieder treffen wir in modernen Werken auf Querverweise zu dieser Story.

Scarlet, Jake, Mistress Atwood und natürlich Buster sind die neuen Stars in der neuen Welt. Somnia bietet düstere und lebendige Handlungsorte und eine durch und durch winterliche Grundkulisse mit schauerlichen Kreaturen in Form von werwolfartigen Schneewesen, rachsüchtigen Spinnen, angriffslustigen Schlafwandlern oder furchterregenden Eistoten. Der Leser spürt bei Marzis Erzählung die Kälte, riecht den Schnee und empfindet die Beklemmung. Das ist die Stärke dieses modernen Charles Dickens. Er erzählt nicht nur eine Geschichte, er erweckt sie und ihre Charaktere zum Leben. Ich verneige mich virtuell vor Christoph Marzi. Er hat mich davon überzeugt, dass es die uralten Metropolen wirklich gibt. In seinen Büchern, in unserer Fantasie und in unseren Träumen.