Zusammenfassung:
Rulfan bandelt mit Myrial, der Tochter seines Burgverwalters an. Als er den momentan begehrtesten Whisky Schottlands besorgen will, gerät er in eine Intrige von Gallos Clan und begegnet der Auftragskillerin Ninian. Ihr größter Schatz ist das Bildnis eines weißhaarigen, rotäugigen Albinos, eines hehren Streiter des Lichts - ihres Aynjels, der auf sie wartet und bei dem sie Frieden finden wird. Davon ist Ninian überzeugt, und deshalb sucht sie ihn seit Jahren. In Meeraka erfuhr sie seinen Namen: Rulfan. Sie weiß nicht, dass ihr Bild nur der abgerissene Einband eines Fantasy-Taschenbuches um den Helden Elric von Melniboné ist. Genauso wenig wie Rulfan ahnt, dass eine Auftragskillerin ihn sucht, weil sie einen Engel in ihm sieht.
Ninian will unbedingt ihrem Engel dienen und sieht in Myrial den momentanen Schützling Rulfans. Um es ihm recht zu machen, deutet sie seine doch abweisenden Worte falsch, tötet Gallo und veranstaltet ein Massaker unter seinen Leuten. Als sie schließlich Myrial loswerden will und in Rulfans Burg vordringt, werden der Burgherr und sein Sohn getötet. Bevor Ninian weiter mordet, wird Rulfan verletzt und sie erkennt, dass er kein Engel ist. Ninian zieht weiter.
Kommentar:
Ninian ist ein extremer und interessanter Charakter und ihre Suche nach Rulfan, den sie aufgrund eines Comiccovers für einen Engel hält, eine gute Idee. Trotzdem fand ich den Roman eher durchschnittlich. Gut geschrieben mit einer guten und düsteren Story, aber etwas eindimensional was die Handlung betrifft. Schottland, Jet Stuart und Clans fand ich mit wenigen Ausnahmen insgesamt nicht sehr prickelnd. Besonders nach den tollen und handlungsvorantreibenden letzten Romanen ist es natürlich bei einem „Zwischenroman“ etwas schwierig die Spannung und das Interesse zu halten.
Die Idee mit dem geheimen Zusatz für den Whisky fand ich witzig. Aber das Cola sich fünfhundert Jahre halten soll oder die heutigen Plastikflaschen das überstehen wage ich zu bezweifeln. Als Alternative gab es ja die Möglichkeit, dass der Clan das Geheimrezept hatte. Hier ist wiederum fraglich, ob die Zutaten in der postapokalyptischen Zukunft alle noch zu erhalten sind.
Fazit: insgesamt recht unterhaltsam, gut und schnell zu lesen, aber ohne echte Höhepunkte.