Sternensonde

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MX 263Maddrax
Band 263
Von Menschen und Echsen

Autor: Michael Marcus Thurner
Cover: Del Nido/Norma
Erscheinungsdatum: 16.02.2010
Genre: Postapokalyptische Fantasy-Abenteuer-SF
Zyklus: Schatten

Sternensonde Wertung:
Sehr gut

Zusammenfassung:

Der Daa’mure Grao’sil’aana hat unter dem Geröll auf der Insel Kisiwaaku überlebt. Während seiner Bewusstlosigkeit begegnet er in den beiden seltsamen Gottheiten Kaka-Gye und Azele die Grao rätselhafte Andeutungen übermitteln. Der Todesrochen Thgáan findet die Lebensimpulse seines Herrn und befreit ihn aus der Erde. Grao findet Daa’tans Grab und exhumiert den Jungen um an den Kristallsplitter zur Kontrolle des Rochen zu gelangen. Dabei bemerkt er, dass der Leichnam nicht verwest ist und aus seinen Schultern und Hüften dünne, wurzelartige Fäden wachsen. Grao’sil’aana dürstet immer noch nach Rache an Maddrax und Aruula. Er beschließt mit Thgáan zur Heimat der Barbarin zu fliegen und auf den Dreizehn Inseln auf den Feind zu warten. Grao vermutet, das die beiden irgendwann wieder hierher zurückkehren werden.

Bei den Dreizehn Inseln taucht zuvor der Händler Hermon auf. Irgendetwas Seltsames an ihm beeinflusst die Bewohner der Inseln und zieht sie in ihren Bann. Die Frauen verehren den Fremden, streiten um seine Gunst und geben sich ihm reihenweise hin. Lediglich Bahafaa, eine Außenseiterin, widersteht seinem eigenartigen Scharm. Als Hermon für längere Zeit das Dorf zu Handelszwecken verlässt, taucht Grao als Mensch getarnt auf. Er nennt sich Groom und gewinnt Bahafaas Vertrauen. Der ruppige Daa’mure wird in seiner Tarnung für sie zum einzigen Freund und Liebhaber. Als Hermon zurückkehrt, versuchen sie gemeinsam hinter dessen Geheimnis zu kommen. Dabei wird klar, dass er die Frauen misshandelt. Aber keine der anderen Inselbewohner scheint den verheerenden Zustand von Hermons Begleiterinnen zu bemerken. Als es zur offenen Konfrontation zwischen Grao und Hermon kommt, fallen die Masken. Auch Hermon, oder Her’sil’mon wie er wirklich heißt, ist ein Daa’mure. Er hat mit Lischetten experimentiert und ist wegen diesem Experiment ebenfalls auf der Erde zurückgeblieben. Die Lischetten sind manipuliert und verbreiten den Stoff, der für die Hörigkeit der Menschen zuständig ist. Grao entdeckt immer mehr seine „Menschlichkeit“ und entschließt sich, seinen Artgenossen zu töten. Zusammen mit Thgáan greift er an. Hermon benutzt Bahaffa als Druckmittel und droht sie von den Klippen stürzen zu lassen. Grao gewinnt den Kampf gegen Hermon und kann Bahaffa retten. Bahaffa war immun gegen Hermons Einfluss weil die Gabe des Lauschens bei ihr ins Gegenteil umgeschlagen ist. Sie überträgt ihre Gefühle und Gedanken an andere Menschen. Er entdeckt seine echte Zuneigung zu der Frau, nimmt die Gestalt von Hermon an um nicht aufzufallen, und bleibt unter den Menschen. Thgáan entlässt er aus seinen Diensten und der Rochen geht auf „Standby“ jenseits der Erdumlaufbahn.

Kommentar:

Michael Marcus Thurner ist nach langer Abstinenz zurückgekehrt und beglückt seine Fans wie gewohnt mit einem ungewöhnlichen und in vielen Details exotischen Beitrag (ich denke da insbesondere an die abgedrehten Gottheiten). Der Titel „Von Menschen und Echsen“ hört sich genauso ausdrucksstark an, wie die Geschichte ist. Grao hat überlebt und kehrt auf die Maddraxbühne zurück. Und Daa’tan scheint ebenfalls noch ein Geheimnis für die Zukunft bereitzuhalten. Doch zunächst geht es um Grao’sil’aana, der ja schon früher menschliche Züge an der Seite seines Schützlings angenommen hatte. In einem spannenden Abenteuer lässt Thurner die Echse ein ungewöhnliches und wendungsreiches Abenteuer bestehen und eine menschliche Seelenverwandte finden. Leider war Hermons Geheimnis irgendwie vorhersehbar, aber der Autor schaffte es doch, das Interesse und die Dramatik bis zum Ende beizubehalten. Wunderbar facettenreicher Roman der mir die Figur des Grao’sil’aana so nahe bringt wie kein Autor zuvor.