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Serieninfo

Mythenland

Volker Ferkau's
Mythenland
Band 1
Drachenhauch

Autor: Volker Ferkau
Cover: Arndt Drechsler
Erscheinungsdatum: Mai 2010
Genre: Fantasy

Sternensonde Wertung:
Sehr gut

 

Zusammenfassung:

In Mythland legt sich ein düsterer Schatten aus dunklen Vorahnungen, Angst und Aggressionen über die friedlichen Völker. Auch die kleinen, stämmigen und außergewöhnlichen Barbs bleiben von dem Bösen nicht verschont. Als dann noch drei rote Drachen die Barbs angreifen und Tod und Verderben über ihr Dorf bringen, sind die friedlichen Zeiten endgültig vorbei. Einen Drachen können die tapferen und starken Wesen töten. Die beiden anderen entführen die Tochter von Bob, dem Dorfoberhaupt. Gesandt wurden die Drachen von Murgon, einem Dunkelelf. Mit seiner Schwester an der Seite herrscht er über Unterwelt. Einst war er ein friedliebender Elf. Doch von seiner Familie verachtet und verstoßen, wendet er sich dem Bösen zu. Eine kleine Holzkiste in Murgons Besitz birgt ein Geheimnis der ehemaligen Herrscher der Unterwelt, die vor langer Zeit urplötzlich verschwanden. Zudem ist Murgon auf der Suche nach zwei Dracheneiern, die irgendwo in Mythland verborgen sind. Murgon erkennt die außergewöhnlichen Fähigkeiten der kleinen Barb, die es ihr ermöglicht, die Holzschatulle zu öffnen. Als Gefangene will er Bluma dazu zwingen und beauftragt einen seiner Folterknechte die junge Barb zu brechen. Doch Bluma und ein Dämonenmann, eine Mischung aus Mensch und Dämon der ebenfalls von Murgon gefangen gehalten wird, können aus ihrem Verlies entkommen.

Bei den Barbs herrschen Trauer und Verzweiflung. Ein Mann wird an die Küste ihres Landes gespült. Er hat nach dem Angriff eines Meeresmonsters auf das Schiff mit dem er unterwegs war sein Gedächtnis verloren. Geblieben ist ihm sein Name: Connor. Nach anfänglichen Schwierigkeiten schließt er sich mit den Barbs und einer Gruppe Amazonen zusammen um nach Bobs Tochter zu suchen und sie zu retten.

Kommentar:

Volker Ferkau schreibt mit Mythenland ein Fantasysaga der besonderen Art. In taschenbuchähnlichen Taschenheften mit 380 Seiten starkem Umfang wird nun ab Mai 2010 Monat für Monat ein Fortsetzungsroman im Kelter-Verlag veröffentlicht. Zunächst startet die neue Serie mit dem fünfbändigen Murgon-Zyklus. Die Vorankündigungen und spärlichen Inhaltsangaben im Internet ließen Großes erwarten und machten neugierig. Als ich das Vorabexemplar in Händen hielt, fiel mir zuerst das schöne Titelbild auf. Kein geringerer als Arndt Drechsler, der Titelbildzeichner-Shootingstar der letzten Jahre, ist für die anspruchsvollen Cover verantwortlich. Und so stimmt dieses Titelbild und die Karte von Mythenland auf der ersten Innenseite schon großartig auf den Inhalt ein.

Die Unterhaltungsliteratur wird seit einiger Zeit neben den Romance-Vampirromanen von Highfantasyreihen überschwemmt. Da gibt es Einzelromane, Trilogien, oder ganze Serien über Zauberer, Zwerge, Orks, Elben, Drachen und andere fantastische Wesen aus tolkinscher Tradition. Die namhaftesten Verlage und Autoren zeichnen für diese Veröffentlichungen verantwortlich. Und da kommt Volker Ferkau daher und präsentiert die erste Fantasyserie des Kelter-Verlags für den Heftromanmarkt und auch insgesamt die erste in dieser Form und seit langer Zeit. Von der Vielzahl der „Klone“ schon fast gelangweilt, war ich zugegebenermaßen skeptisch. Was sollte diese Serie mehr bieten oder sogar interessanter machen als renommierte Fantasy aus hochdotierten Federn? Doch schon nach den ersten Seiten entwickelt diese Erzählung eine enorme Eigendynamik und wird zum Pageturner. Die Story und die Charaktere rissen mich gnadenlos mit sich.

Volker Ferkau beschreibt zunächst seine Barbs mit einer Hingabe und Leidenschaft, die mich an Tolkiens Beschreibung der Hobbits zu Anfang des „Herrn der Ringe“ erinnert. Ein kleines, stämmiges und starkes Volk mit großem Mut und großem Herzen. Diese Parallelen zieht man während dieser Lektüre öfter, doch zu keiner Zeit ist dieser Vergleich unangenehm. Der Autor erfindet insgesamt das Rad nicht neu und Mythenland beherbergt bis auf die Barbs auch keine neuen Geschöpfe oder andersartige, innovative Ideen. Aber genau diese einfache und ursprüngliche Art der Erzählung macht die Sache so interessant.

Mythenland ist Fantasy, die nichts anders macht als andere Romane dieser Art, aber eines uneingeschränkt bietet: Das pure Abenteuer mit phantastischen Wesen, die den Leser an eine mitreißende Geschichte fesseln, welche den Vergleich mit großer Fantasyliteratur absolut nicht zu scheuen braucht. Volker Ferkaus Schreibstil ist angenehm und bildgewaltig, die Story spannend und gut aufgebaut. Die Charaktere sind wundervoll skizziert und das ganze Konzept erscheint stimmig. Hier kann man ohne Probleme in eine phantastische Welt eintauchen und die Realität für einige Stunden hinter sich lassen. So muss Unterhaltungsliteratur sein.

Dieter Krämer - Sternensonde - Mai 2010