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Serieninfo

Mythenland

Volker Ferkau's
Mythenland
Band 4
Zwergentraum

Autor: Volker Ferkau
Cover: Arndt Drechsler
Erscheinungsdatum: August 2010
Genre: Fantasy

Sternensonde Wertung:
Sehr gut

 

Zusammenfassung:

An Bord der Wing, auf dem Weg nach Dandoria, erzählt der Zwerg unter den Gefährten, Frethmar Stonebrock, aus seiner Vergangenheit. Er offenbart seinen tragischen und teilweise kuriosen Weg, der ihn schließlich bis zu diesem Punkt brachte. Als aufsässiger junger Zwerg ohne Vater und ohne großen, klangvollen Familiennamen musste er oft schwierige und gefährliche Prüfungen durch die Ältesten seines Volkes erfahren. In den Totenstädten sah er sah den Geistern seiner Vorfahren gegenüber. Diese Begegnung trieb schon einige Zwerge in den Wahnsinn. Fret übersteht diese Prüfung ohne Schaden und wird später von den Ältesten beauftragt, in einer Höhle nach einem sagenumwobenen Schatz zu suchen. Er findet diesen und trifft auf Steinwesen, die ihm von den unbekannten und heldenhaften Taten seines Vaters Tork erzählen, der diesen Schatz zum Wohle seines Volkes versteckt hatte. Doch Frethmars Mut und seine unglaublichen Abenteuer müssen vorerst für sein Volk weiterhin ein Geheimnis bleiben.

Auch Connor von Nordbarken erlangt seine volle Erinnerung zurück und erzählt den Freunden seine dramatische Geschichte und den Weg, der ihn schließlich nach Fuure zu den Barbs brachte. Von seiner Geliebten Xenua mit Korgath, dem eigenen Vater betrogen, stellt er sich gegen diesen und wird verbannt. Als Sklave landet er als Kämpfer bei dem Adeligen Emad Fyral und wird unter härtesten Bedingungen von seinem Ausbilder Grompor trainiert. Fyrals Tocher Aichame pflegt den immer wieder verletzten Connor nach den Kämpfen und Misshandlungen. Sie verliebt sich schließlich in den Mann und verhilft ihm zur Flucht. Sie selbst geht nicht mit Connor. Er versteckt sich in der Wüste und entkommt halbtot. Ein harter und beschwerlicher Weg führt ihn schließlich an Bord des Schiffes, das von dem Meeresungeheuer angegriffen und versenkt wurde. Dieses Erlebnis führte schließlich zu seiner Amnesie.

Lady Grisolde, die Frau des verschollenen König Rondrick von Dandoria, wird von Dämonen heimgesucht und ermordet. Inquistor Balger, mit dem sie einen Pakt geschlossen hatte, landet vom Irrsinn gepackt in der Gosse von Dandoria. Doch Magus Claudel will ihm helfen den verwaisten Thron zu erobern. Auch die Gefährten erreichen Dandoria und kehren auf ihrer Suche nach dem blinden Magister Agaldir in einer Schenke ein. Lydia, die Seherin der Amazonen, hatte vor ihrem Tod in der Eiswüste den Hinweis gegeben, diesen Mann aufzusuchen. Auch Darius Darken, der einst Anwalt in Dandoria war, will das fehlende Bindeglied zwischen seiner Hinrichtung und dem Dasein als Dämon herausfinden. Doch der Halbling und neue Soldatenführer Störmer lässt einen Teil der Gefährten nach deren Einmischung in einem Streit zwischen den Soldaten und dem Wirt, der diesen mit dem Leben bezahlt, in der Kneipe in den Kerker werfen. Der andere Teil der Gruppe trifft auf einen Jungen namens Steve. Er führt sie in eine Höhle zu einem übersinnlichen, wurmartigen Wesen, das Kontakt zu Bluma aufnimmt. In einer Vision begegnet sie dem Mädchen Symbille, das bei den Riesen lebt. Schließlich trifft man zu aller Überraschung auf Biggert, den Lehrer der Barbs. Er ist, nachdem auf Fuure das Drachenei gefunden wurde, mit diesem nach Dandoria aufgebrochen um die Gefährten zu finden. Doch das Ei ging auf seiner Reise wieder verloren. Die Situation in Dandoria eskaliert als die Machtverhältnisse neu verteilt werden sollen. Störmer wird in einer finalen Auseinandersetzung getötet, Agaldir, taucht auf und stellt sich in einer Versammlung gegen Balger. Als Claudel mit Magie auf ihn losgeht, wehrt sich der blinde Magister mit den gleichen Mitteln und tötet seinen Gegner. Agaldir stellt sich als Großvater von Steve heraus.

Die Elfe und Tochter von Murgon hat den Übergang nach Unterwelt geschafft und irrt unter Beobachtung des Dunkelelfen durch das Reich der Toten. Murgons dunkle Seite wird stärker und er tötet schließlich seine einst geliebte Schwester Gwenael. Dogdan der Golem gerät auf der Suche nach Bluma und Darius Darken an Bord des Sklavenschiffes, mit dem Connor bereits verschleppt wurde. Seine Intelligenz steigt und sein Ziel ist weiterhin, die beiden Flüchtigen zu finden. Doch wie soll er zu seinem Meister nach Unterwelt zurückkehren?

Kommentar:

Die Zusammenfassungen werden immer länger, weil es immer mehr wichtiges zu erzählen gibt. Alles an Mythenland erscheint spannend und lesenswert. Die Serie ist ein echter Pageturner geworden und die Bücher könnten gerne doppelt so umfangreich sein. Der Kelter-Verlag kann stolz sein, eine solche Serie unter die Fittiche genommen zu haben. Ich hätte mir die Reihe durchaus auch als seitenstarke Trilogie im Hardcover vorstellen können.

Im vorletzten Teil des Murgon-Zyklus wird nun Connors Herkunft und Odyssee, die ihn nach Fuure brachte, eindrucksvoll gelöst. Auch Frethmar Stonebrocks bewegte Vergangenheit wird in diesem Band beleuchtet. Einige Rätsel und Fragen bleiben uns noch weiter erhalten. Vieles wird aber stimmig vorangebracht. Die Wendungen und Überraschungsmomente sind hervorragend. Die Schauplatz- und Handlungswechsel sind dramaturgisch sehr gut gesetzt und mit ihren eingebauten Cliffhangern wirklich serienreif und absolut spannend. Nun hat Mythenland, wie von Volker Ferkau angekündigt, wirklich die Dramaturgie einer TV-Serie. Von der Atmosphäre und den Fantasy-Aspekten her hat mir der Vorgängerband „Zorn der Riesen“ auf seine Art und Weise etwas besser gefallen. Der vorliegende Roman war mehr auf Abenteuer und Action ausgerichtet. Connors Schicksal erinnerte mich zeitweilig an den Film „Gladiator“, was keinesfalls ein Nachteil war. Noch einmal zeigt Mythenland seinen Facettenreichtum und Volker Ferkau seine erzählerische Stärke. Nach nunmehr schon vier überzeugenden Bänden kann ich nur jedem Freund phantastischer Literatur empfehlen, sich diese Serie einmal vorzunehmen.

Dieter Krämer - Sternensonde - August 2010