Autor: Earl Warren
Erscheinungsdatum: Mai 2010
Genre: Abenteuer/Mystery
Sternensonde Wertung:
Zusammenfassung:
Der unheimliche Wan Fang, Leiter eines Geheimbunds, kidnappt Professor Dexter E. Lee, als der das geheime Grabmal des Dschingis Khan in der Wüste Gobi gefunden hat. Auch seine Tochter Roberta Lee, die junge Top-Archäologin, wird entführt und findet sich in der Gewalt des Auges der Drachen wieder. In der monströsen unterirdischen Grabkammer des Dschingis Khan soll ein Schwertduell mit Wan Fangs mörderischer Tochter Liu die Entscheidung bringen...
Kommentar:
Der Kelter-Verlag prescht momentan innovativ und mutig mit mehreren neuen Serien im Taschenheftformat auf den Heftromanmarkt vor. Neben Volker Ferkaus Serie Mythenland (die hier auf der Sternensonde eine eigene Rubrik gefunden hat) sind zwei neue Abenteuerserien mit monatlicher Erscheinungsweise gestartet. Eine davon ist Roberta Lee. Das Cover wirkt genauso Retro wie der Name, so dass diese Serie auch vor einem halben Jahrhundert erschienen sein könnte. Inhaltlich ist Roberta Lee aber in der Gegenwart angesiedelt. Die Zusammenfassung oben stammt übrigens von der Rückseite des Taschenheftes und gibt eigentlich den gesamten Inhalt wieder. Daran sieht man, dass die Handlung trotz 128 Seiten im Taschenbuchformat recht dünn ist.
Die Parallelen zu modernen Abenteuerheldinnen – allen voran Lara Croft – sind unverkennbar. Roberta kommt jedoch weder taff noch lässig oder cool rüber. Sie wirkt auf mich einfach nur arrogant, eingebildet und unnatürlich von sich überzeugt. Ständig erwähnt sie ihre Vorzüge (Monsterbusen, Intelligenz, Schönheit) in einer Art und Weise, die aufdringlich erscheint. Keine Frau würde wohl so denken oder ähnliches von sich geben. Somit fehlt ihr einfach die Coolness, die eine Lara Croft von Natur aus hat, ohne darüber zu reden.
Earl Warren schreibt, ohne ihm zu nahe treten zu wollen, etwas altertümlich und konservativ. Zeitweise ist der Schreibstil auch etwas zu plump. Dennoch ist der Roman interessant und teilweise auch spannend konzipiert. Es geschieht nicht wirklich unerwartetes. Vielmehr wird hier das einfache Abenteuer und seichte Unterhaltung geboten. Das macht teilweise Spaß und sorgt für Kurzweil. Der Anreiz für das Lesen der Fortsetzung hält sich in Grenzen, ist aber durchaus vorhanden. Und insgesamt gesehen habe ich schon schlechtere Heftromane gelesen.