Sternensonde

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SF 131Sternenfaust
Band 131
Tot und vergessen

Autor: Harry Jacobsen
Cover: Arndt Drechsler
Erscheinungsdatum: 09.02.2010
Genre: Science-Fiction

Zyklus: Erzengel-Zyklus

Sternensonde Wertung:
Gut

Zusammenfassung:

Izanagi Narada, der ehemalige Assistent von Meister William, hat dem Orden der Christophorer den Rücken gekehrt und hofft, auf der STERNENFAUST eine neue Heimat zu finden. Es dauert nicht lange, bis der junge Telepath mit der obskuren Stachelfrisur seine erste große Aufgabe zu bestehen hat.

Beim Planeten TASO-27008 wird von der STERNENFAUST ein Schiff der Flotte, die DIRAC, geborgen. An Bord findet man nur noch den geistig verwirrten Captain vor. Alle anderen Besatzungsmitglieder sind verschwunden. Vor Ort wird eine Untersuchung eingeleitet. Als Admiral Taglieri sich plötzlich nicht mehr an seinen Schützling Adric erinnern kann, schlagen beim Izanagi die Alarmglocken an. Er nimmt Verbindung zu dem Alendei Turanor auf und bittet ihn um Hilfe. Der Planet ist den Alendei unter dem Namen „Einsamkeit“ bekannt. Genaueres versucht Turanor herauszufinden.

Nach und nach werden immer mehr Besatzungsmitglieder vergessen und verschwinden schließlich auch körperlich. Nur Izanagi Narada und der Captain der Adric scheinen von diesem Phänomen ausgenommen zu sein. Izanagi vermutet eine Strahlung des Planeten und bringt die Führungsmannschaft dazu, sich von TASO-27008 zu entfernen. Als es fast zu spät scheint, und nur Izanagi noch übrig bleibt, findet Turanor in der Vergangenheit seines Volkes Parallelen. Schon einmal sind Alendei verschwunden. Turanor hilft Izanagi und teleportiert ihn auf den Planeten. In einer Höhle findet Izanagi die Besatzungsmitglieder der DIRAC, der STERNENFAUST und sogar die toten Alendei. Sie wurden von dem Planeten „eingelagert“ und dieser entzieht ihnen Emotionen für sein eigenes Ökosystem. Die Menschen können von Turanor und seinem Volk zurück an Bord der STERNENFAUST teleportert werden und sind so gut wie unversehrt.

Kommentar:

Das Harry Jacobsen ein erfahrener Heftromanautor ist, merkt man diesem Band an. Er ist gut und kompakt konstruiert mit einer überschaubaren Handlung und einem in sich abgeschlossenen, autarken Abenteuer. Der Roman könnte genauso für eine Star-Trek Folge adaptiert werden und wirkte auf mich auch wie eines der Enterpriseabenteuer. Sehr linear und ohne große Nebenhandlung verfolgt der Leser an der Seite des Hauptdarstellers Narada die Geschehnisse. Der Roman bleibt durchgehend spannend, wenn auch vorhersehbar, und der Roman ist schnell und flüssig gelesen.

Die Charaktere agieren lebendig und glaubwürdig. Besonders bei Narada fiebert man mit. Seine Verzweiflung und Hilflosigkeit wird sehr gut geschildert. Der Weg zum Ziel erscheint dagegen oft sehr in die Länge gezogen und der Schluss dafür etwas zu überhastet. Dennoch hat mir diese, etwas andere Art des Sternenfaustromans gut gefallen, auch wenn es ein lupenreines Einzelabenteuer ohne ersichtlichen Beitrag zur Gesamthandlung gewesen ist.

Dieter Krämer (Sternensonde)

Weitere Lesermeinungen:

Hermes (Bastei-Forum)
Sehr gut
Der Einstiegsband von Harald Jacobsen liest sich spannend und ist im großen und Ganzen gelungen. Konsequent wird Izanagi Narada in den Mittelpunkt der Handlung gestellt. Und auch der Plot bringt einiges an Spannung. Die STERNENFAUST untersucht ein verlassenes Schiff in einem unbewohnten System. Nur der Captain hat als geistiges Wrack überlebt. Kurz danach verschwinden auf mysteriöse Weise einzelne Besatzungsmitglieder und ausser Izanagi bemerkt es anscheinend keiner.

Also ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert. Trotzdem gibt es ein paar Schwachstellen im Roman. Die Sache mit dem Überlebenden des Forschungsraumers wurde ja schon angesprochen. Generell stört es schon ein wenig, wenn in einem SF-Roman ein Phänomen eingeführt wird, es am Ende aber keine (pseudo-)wissenschaftliche Erklärung dafür gibt. Und dann fabuliert Taglieri auf Seite 32 von einer unsichtbaren Strahlung ausserhalb der bekannten Spektren. Auf Seite 35 ist daraus dann schon eine "extrem starke Strahlung" geworden. Nun kurz und knapp Strahlung ist per Definition auch messbar. Also diese Erklärung überzeugt nicht. Wenn man die Strahlung zwar angemessen hätte, aber aufgrund ihre ungewöhnlichen Zusammensetzung nicht erklären könnte...

Trotzdem ein gelungener Einstiegsband

Aldebaran (Bastei-Forum)
Gut
TASO-27008 ein Hypnotelepath und Teleporter. Einst ernährte sich der Himmelskörper von den Vorfahren der Alendei, jetzt resorbiert er Leben von Raumschiffen, die ihm zu nahe kommen und deren Besatzung emotionale Schwingungsmuster wie Alendei oder Menschen aussendet. Viel bekam Einsamkeit in letzter Zeit jedenfalls nicht zu ›fressen‹. Oder kreisten noch mehrere verlassene Raumfahrzeuge in der Nähe, von denen aber nicht die Rede war? Wie auch immer: Weil Izanagi Narada problemlos in der Lage ist, auf telepathischem Wege und über etliche Lichtjahre hinweg mit Turanor zu kommunizieren, beginnt er zu ahnen, was sich auf der DIRAC abgespielt haben muss, zumal sich die mysteriösen Vorgänge jetzt auf der STERNENFAUST wiederholen. Als der Ex-Christophorer beschließt, sich die Sache vor Ort anzuschauen wird er um haaresbreite selbst ein Opfer des Planeten. Der Anführer der Alendei rettet den neugierigen Japaner und alle anderen, die von Einsamkeit noch nicht verdaut worden waren dann aber recht unspektakulär aus der Gefahrensituation, indem er sie auf die STERNENFAUST zurück teleportiert.

Auch wenn mir der Rahmen der Handlung im Nachhinein recht simpel erscheint und »Tot und vergessen« abrupt und trivial endet, hat der Autor den Ablauf der Begebenheiten bis dahin rätselhaft und kurzweilig aufgeschrieben. Die Spannung bleibt 60 Seiten lang erhalten und das Heft unterhaltsam.

Warum wurde eigentlich der Captain der DIRAC kein Opfer des Planeten?