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SF 133Sternenfaust
Band 133
Kampf um Lor'Els Auge

Autor: Volker Ferkau
Cover: Arndt Drechsler
Erscheinungsdatum: 09.03.2010
Genre: Science-Fiction

Zyklus: Erzengel-Zyklus

Sternensonde Wertung:
Gut

 

Zusammenfassung:

Lor Els Auge ist ein wichtiger strategischer Posten für die Solaren Welten. Denn hier beginnt Wurmloch Alpha, das in den Perseusarm der Galaxie führt, ins Karalon-System.

Harry Chang und Savanna Dionga fliegen mit der MERCHANT II erneut die Raumstation Lor Els Auge an. Ihre Hoffnung, diesmal werde der Besuch nicht wieder in einem Fiasko enden, wird brutal zerschlagen, als die Station von Kridan überfallen und besetzt wird. Die Menschen werden als Geiseln festgehalten, alle anderen Spezies werden freigelassen. Auch die Partnerin von Chang und Dionga, die J’ebeem Sonda Katar, darf mit der MERCHANT II abziehen. Savanna Dionga gelingt es unter dramatischen und blutigen Umständen als einzige den Kridan zu entkommen und sich in den Wartungsschächten zu verstecken. Eine defekte Plasmaleitung verhindert eine Anpeilung und macht sie für die Ortungsgeräte der Kridan unsichtbar. Savanna kann mithilfe der MERCHANT als Relaistation mit den Solaren Welten über die STERNENFAUST in Verbindung treten. Die Kridan verhandeln mit Jasper Mitchell und fordern offiziell die Überlassung des Wurmlochs und der Station an ihr Reich. Wenn die Solaren Welten nicht innerhalb kurzer Zeit zustimmen, sollen die Geiseln exekutiert werden. Mitchell versucht hart zu bleiben, doch die Kridan machen ernst und töten die ersten Geiseln.

Jasper Mitchell und Taglieri planen eine Befreiungsaktion mit der STERNENFAUST. Denn Savanna übermittelt ihnen aus ihrem Versteck die wahren Pläne der Kridan, nämlich die vollkommene Zerstörung von Station und Wurmloch. Savanna wird entdeckt und die Zeit für eine Rettungsaktion immer knapper. Während Taglieri Verhandlungsbereitschaft vorgibt, gelingt es mit einem Täuschungsmanöver Marines an Bord der Station zu senden. Unter einigen Verlusten wird die Station zurückerobert und die meisten Geiseln können befreit werden. Auch Savanna überlebt die Befreiungsaktion.

Kommentar:

Auf den Leserseiten wird dieser Roman bereits als 24-Folge im Sternenfaustuniversum bezeichnet. Und auch wenn Volker Ferkau im Bastei-Forum beteuert, die Serie weder regelmäßig zu verfolgen noch zu mögen, so ist die Ähnlichkeit zur Serie nicht zu leugnen. Mal abgesehen von Namen (Jack Bruce/Jack Bauer) finde ich hier eine Adaption der Handlung aus Staffel 5 der 24-Serie, die mir ganz und gar nicht zufällig erscheint:

Jack Bauer versteckt sich in den Lüftungsschächten eines Flughafens der von Terroristen vereinnahmt wurde. Von dort informiert er seine Leute und organisiert eine Stürmung. Die Menschen am Flughafen werden als Geiseln genommen und es wird gedroht, dass der Flughafen in die Luft gesprengt wird, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Als Druckmittel werden einige Geiseln erschossen. Jack wird in dem Schacht angepeilt und entdeckt. Als es Jack gelingt ein Ablenkungsmanöver zu starten, wird der Flughafen gestürmt.

Wem kommt das bekannt vor? Aus dem Flughafen wird eine Raumstation und aus den Terroristen werden vogelartige Aliens mit gleicher fanatischer Gesinnung. Aber ich möchte dies hier dem Autor nicht als Vorwurf machen. Ich bin ein Fan von „24“ und empfand diesen Roman als außergewöhnlich und äußerst interessant. Bei Sternenfaust fehlt es mir oft an Spannung und vor allem fehlt die Action. Wenn überhaupt vorhanden, besteht diese hauptsächlich aus Gefechten der Marines oder aus Raumschlachten. Hier bilden dramatische Ereignisse, die Ungewissheit über den Ausgang der Situation und die Bedrohung von Menschen die Dramaturgie der Story. Und auch wenn die Befreiung am Ende etwas lapidar und plump vonstatten ging und auch ansonsten bei den Entscheidungen der Kridan und den allgemeinen Verhandlungen einiges nicht überzeugend war, so habe ich mich jederzeit gut unterhalten gefühlt. Und da ist es durchaus legitim, erfolgreiche und spannende Konzepte zu kopieren. Ich wünsche mir bei Sternenfaust mehr Romane dieser Art. Im Bastei-Forum sorgte dieser Roman jedenfalls für sehr umfangreiche und kontroverse Diskussionen. Also ist es wie in der Werbung: Je außergewöhnlicher und provozierender, desto mehr Aufmerksamkeit.

Übrigens lieber Volker: Wenn du ein Fan von Lost bist, so könnte man doch auch mal die STERNENFAUST auf einem Planeten abstürzen lassen den es eigentlich gar nicht gibt und dort auf ein spirituelles Wesen treffen lassen das alle Besatzungsmitglieder kennt und die Besatzung durch die Zeit reisen lassen…

Aber ich glaube das führt jetzt zu weit.

Dieter Krämer (Sternensonde)

Weitere Lesermeinungen:

Hermes (Bastei-Forum)
Gut
Volker Ferkau wollte den Roman bewußt als eine Art 24-Folge im Sternenfaust-Universum schreiben. Also ein Roman, der gewissermaßen in "Echtzeit" gelesen wird. Auch wenn dieses Konzept durch die anfänglichen Einschübe mit dem Marine Jack Bruce und seinem Psychiater nicht konsequent eingehalten wird, so muss man doch anerkennen, der Autor hat sich was neues ausgedacht, zeigt Mut und Kreativität. Der Plot an sich ist anständige Action-Durchschnittsware. Leider verliert Volker an zwei entscheidenden Stellen etwas den Überblick.

Einmal gelingt es Savanna aufgrund einer defekten Plasmaleitung den Scannern der Kridan zu entkommen. Nehmen wir das einmal als gegeben hin und hinterfragen es nicht weiter. Später funkt Savanna von dort nach draussen und die Kridan bekommen es wegen der defekten Leitung nicht mit. Entweder unterbindet das Leck den Funkverkehr, dann kann Savanna nicht nach draußen funken, oder die Kridan können die Funksprüche genauso gut empfangen wie alle anderen. Dann kann man per Dreieckspeilung auch den Ausgangspunkt bestimmen, selbst wenn man dort nichts genaues anmessen kann. Im Prinzip haben aber eigentlich Funkwellen und und Abtaster (wie etwa Radar) nicht viel gemeinsam.

Der zweite Punkt betrifft den kridanischen Anführer. Dieser ist fest entschlossen, sich zusammen mit der Station zu sprengen, hat folglich bereits mit seinem Leben abgeschlossen. Trotzdem verrät er am Ende, als er selbst mit dem Tode bedroht wird, wie die Sprengung verhindert werden kann. Das passt überhaupt nicht zusammen. Bei Volker geraten die Kridan im Gegensatz zu den bisherigen Schilderungen zu brutalen, fast schon irren Mördern, denen es Freude bereitet, Menschen grundlos zu terrorisieren und zu töten.

Aufgrund der aufgeführten Unstimmigkeiten komme ich in der Sternensondewertung insgesamt nur auf gut.

Aldebaran (Bastei-Forum)
Geht so
Das erste STERNENFAUST-Splatterheft! Das rücksichtslose Vorgehen der ohne Auftrag handelnden Kridan wird in einer Art und Weise geschildert, die der STERNENFAUST-Leser so nicht gewohnt ist. Egal ob man aufplatzende Oberkörper und durch die Gegend spritzende Knochensplitter nun unterhaltsam findet oder ob man sich angewidert abwenden mag, spätestens seit jetzt entfalten die Laserwaffen der Kridan beim Auftreffen im Ziel tatsächlich die gleiche verheerende Wirkung, wie großkalibrige Explosionsgeschosse. Grotesk oder authentisch? Konterkariert wird der brutale Sturm der Kridan auf Lor Els Auge schließlich auch noch dadurch, daß Mess-Broar zum Schluß - als er sich eigentlich am Ziel seiner Mission sehen muß - das Versteck des Sprengsatzes bzw. Zünders verrät, weil er eine Granate im Hemd hat. Er andererseits aber von Anfang bereit war, für die Erfüllung seines Auftrages zu sterben. Weshalb eigentlich? Die Kridan hätten genauso gut die Station einfach nur überfallen, den Zeitzünder an Konsole B anbringen und sich dann wieder davon machen können.

Vielleicht wollte man mit diesem Heft und mit den für STERNENFAUST unüblich drastischen Bildern, dem Leser, der sich nach den Schmonzetten des vergangenen Zyklus' wieder etwas mehr Aktion wünschte, ein schlechtes Gewissen einjagen? Dankeschön, jetzt fühle ich mich zwar richtig mies, aber leider weniger unterhalten. In diesem Sinne und ohne die schriftstellerische Leistung schmälern zu wollen: GEHT SO.