Sternensonde

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SF 137Sternenfaust
Band 137
Eine Milliarde Credits

Autoren: Susanne Picard
Cover: Arndt Drechsler
Erscheinungsdatum: 04.05..2010
Genre: Science-Fiction

Zyklus: Erzengel-Zyklus

Sternensonde Wertung:
Geht so

Zusammenfassung:

Bei einem Fernsehinterview zur aktuellen Situation der Solaren Welten muss Walter Gregorowitsch als CEO von Far Horizon Stellung beziehen. Doch ein Bombenanschlag bereitet dieser Sendung ein jähes Ende. Dies veranlasst Cassie Puntarera, die ehemalige Lebensgefährtin von Gregorowitsch, mit ihrem gemeinsamen Sohn Walt zum Mars zu fliegen. Sie will Walt und seinem Vater die Möglichkeit geben sich kennenzulernen. Doch der Besuch endet in einem Fiasko. Walt wird entführt und Gregorowitsch erpresst. Es meldet sich ein Unbekannter, den Walter für Jurij Diaz hält. Er verlangt für die Freigabe des Kindes die Pläne eines hochgeheimen Prototyps. Walter wehrt die Forderungen ab und es kommt zu Spannungen zwischen Cassie und ihm.

In seiner Verzweiflung fasst er einen verwegenen Plan. In einer weiteren Fernsehsendung setzt er eine Belohnung von einer Milliarde Credits für die Ergreifung von Jurij R. Diaz aus. Tot oder Lebendig. Mit dieser eigentlich illegalen Aktion setzt er seinen Gegner unter Druck und bringt sich selbst als Ratsmitglied in die Bredouille. Obwohl unklar bleibt ob es sich bei dem Entführer um Diaz handelt, zeigt die Maßnahme Erfolg. Die Gangster, die den kleinen Walt im Auftrag des Unbekannten festhalten, interessieren sich ebenfalls für die Belohnung. Und so eskaliert die ganze Situation und auch der Unbekannte kann die letztendliche Rettung des Kindes nicht mehr vermeiden.

Kommentar:

Susanne Picards Stärke bei den Sternenfaustromanen liegt in der Charakterisierung und Gefühlsbeschreibung. Sie schreibt sehr emotional und überdeckt damit in diesem Fall die teilweise dünne Story. Mir fehlt es an Handlung und an Spannung. Schon der Einstieg in den Roman wird durch die ausführliche Beschreibung der Situation in einem Fernsehstudio schwer gestaltet. Dann scheint es mit der Entführungs- und Erpresserstory interessant zu werden. Doch die anfängliche Euphorie wird immer wieder ausgebremst, weil es einfach nicht richtig zur Sache geht. Die Geschichte läuft in Richtung Krimi, ist aber zu lau um als Thriller bezeichnet zu werden. Die gedanklichen Monologe der handelnden Personen erscheinen oft unnatürlich. So würde wohl kein Mensch in der entsprechenden Situation denken. Doch was mich am meisten stört, ist die Entfremdung der Serie von der lupenreinen Science-Fiction. Nur die Protagonisten, die Kulisse und einige andere nebensächlichen Details machen diesen Roman noch zu einem Sternenfaustroman. Ansonsten ist dieser Band in jedes andere Genre exportierbar und auch thematisch Standardkost.

Mich hat dieser Band enttäuscht und ich musste mich zeitweise sogar quälen, weil mich dieses Thema überhaupt nicht fesseln konnte. Nur der tiefere Einblick in das Privatleben und die Vergangenheit von Gregorowitsch und die Beschreibung seines inneren Zwiespalts sind Lichtblicke in diesem Roman.

Dieter Krämer (Sternensonde)

Weitere Lesermeinungen aus dem Bastei Forum:

Hermes:
Genial

Susanne Picard hat wieder einen tollen Roman vorgelegt.

Vordergründig geht es um Erpressung und Entführung, aber das Ganze ist natürlich mit den bisherigen Ereignissen geschickt verknüpft. Atmosphärisch dicht und packend beschrieben die Nöte und Ängste der Mutter und ihre ambivalenten Gefühle gegenüber Walter Gregorowitsch. Vorher hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich noch mal so etwas wie Mitgefühl oder Respekt für diesen Machtmenschen von FAR HORIZON entwickeln würde. Juri R. Diaz, den ehemaligen Lenker der Genetics, wieder in die Handlung einzubauen, ist auch ein geschickter Schachzug, der noch einiges an Spannung verspricht.

Kurz und gut: Genial!