Sternensonde

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SF 138Sternenfaust
Band 138
Tyrannenmord auf Kridania

Autoren: Michelle Stern
Cover: Arndt Drechsler
Erscheinungsdatum: 18.05..2010
Genre: Science-Fiction

Zyklus: Erzengel-Zyklus

Sternensonde Wertung:
Sehr gut

Zusammenfassung:

Sun-Tarin wird in der Schlacht zwischen den Solaren Welten, den Kridan und den Quallenschiffen zum Kriegsversehrten. Er verliert sein rechtes Auge und muss auf Kridania zunächst genesen. Der ehemalige Austauschoffizier der STERNENFAUST II, ist ein Kridan, dem Glaube und Ehre über alles gehen. Er kann die Entscheidungen des Raisa noch immer nicht verstehen. Als Sun-Tarin erfährt, dass das kridanische Oberhaupt von einem Kistrano der Alendei infiziert wurde, will er es nicht wahrhaben. Doch die Indizien für den Befall des Raisa durch den Parasit sind eindeutig.

Als Lera-Taris, seine Schwester, zur neuen Liebesgespielin des jungen Raisa wird und er sie misshandelt, reagiert Sun-Tarin endgültig. Er schließt sich einer Verschwörungsgruppe an und will den Raisa beseitigen. Sun-Tarin schmuggelt eine Bombe in seiner Augenhöhle zu einer Konferenz des Oberhaupts. Doch dieser denkt einen Schritt voraus und unter einer Maske entkommt er dem Attentat, während Kameraden und unschuldige Kridan bei der Bombenexplosion getötet werden. Sun-Tarin wird festgenommen, seine Schwester und seine Verbündeten vor seinen Augen hingerichtet und er selbst bei vollem Bewusstsein versteinert um qualvoll zu sterben…

Kommentar:

Der Heftroman war schon immer ein Spiegel des aktuellen Zeitgeistes oder der Menschheitsgeschichte. Bei Sternenfaust sind es besonders die Kridan die durch ihren göttlichen Fanatismus an aktuellen Terrorismus glaubensfanatischer Irrläufer erinnern. Ich denke es war Absicht, dass Michelle Stern mit diesem Roman starke Parallelen zu Operation Walküre und dem Stauffenberg-Attentat zieht. Zunächst verliert Sun-Tarin im Krieg ein Auge und dann plant er ein Bombenattentat während einer Konferenz auf den diktatorischen und besessenen Raisa.

Wieder so ein Roman der eigenständig und losgelöst daherkommt. Aber hier ist es im Vergleich zum vorhergehenden Band absolut spannend, überlegt und geschickt umgesetzt. Die oben genannten Anspielungen auf Ereignisse der Menschheitsgeschichte sind ansprechend eingebunden in die aktuellen Ereignisse der Serie. Zu keiner Zeit ist klar, ob das Attentat gelingt und die Wendung am Ende ist wirklich unerwartet. Dramatisch spitzt sich die Lage bis zum Finale zu und gipfelt in einem aufwühlenden Ende. Für Sun-Tarin, der die Serie schon so lange begleitet, ist es hoffentlich noch nicht das Ende. Obwohl er nach diesen Ereignissen wohl nie wieder derselbe sein wird.

Absolut gelungener Kridanroman, der innovativ und anders daherkommt als viele Vorgänger und so gut wie keine Schwächen in der spannenden Handlung aufweist.

Dieter Krämer (Sternensonde)

Weitere Lesermeinungen aus dem Bastei Forum:

Hermes:
Genial

Ein Roman, der den Leser gefangen nimmt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Die Charaktere werden überzeugend herausgearbeitet und das moralische Dilemma des alten Tanjaj ist nachvollziehbar. Es gibt ein paar Fragen, warum z.B. sucht sich der Raissa als neuen Sitz ausgerechnet jene Festung aus, die vor kurzem noch ohne große Mühe von einem Rollkommando der Solaren Welten heimgesucht werden konnte. Aber im Großen und Ganzen ist alles stimmig und Michelle Stern lässt ihre schriftstellerischen Qualitäten spielen. Die Handlung wird mich noch länger beschäftigen. Aber genau da liegt mein Problem. Die brutalen Szenen am Ende hätte ich lieber nicht gelesen und möchte ich möglichst schnell wieder vergessen.

Eigentlich genial. Aber trotzdem möchte ich so etwas nicht häufiger bei Sternenfaust lesen.