Zusammenfassung:
Harry Chang und der Crew der MERCHANT II gehen langsam aber sicher die Geldmittel aus. Schuld daran sind die unzähligen „Zwischenfälle“ in die er mit seinen Kollegen in letzter Zeit geraten ist. Doch die Pechsträhne scheint noch nicht vorbei zu sein. Sein Schiff wird angegriffen und die sogenannte „Puppe“ die sich als Nachfolger der „Spinne“ herausstellt, missbraucht Chang für seine Zwecke. Er lotst ihn auf sein Schiff und verpasst ihm ein Armband, in dem angeblich Antimaterie stabilisiert ist. Sollte Chang nicht kooperieren, wird das Armband aktiviert und zur Explosion gebracht. Zunächst gibt die Puppe vor, Harry Chang sollte sein Schiff für einen wahnwitzigen Preis verkaufen und an den mysteriösen Auftraggeber zahlen.
Doch nach einigen Spielchen merkt Chang, das die Puppe ganz andere Ziele verfolgt. Er soll einen Genetic-Wissenschaftler in seinem Exil aufsuchen. Ein Planet, den er durch seine Experimente in eine Welt der grausamen Abnormalitäten verwandelt hat. Es wimmelt von genveränderten Chimären, die aus der Vermischung von Menschen, Flora und Fauna entstanden sind. Harry Chang und seine Crew dringen bis zu dem Wissenschaftler vor und das Armband gibt seine wahre Funktion preis. Der Virus, der zurzeit die Genetics heimsucht, wird aus dem Armband freigesetzt und infiziert den Wissenschaftler. Die Puppe will somit den ausgestoßenen, aber genialen Wissenschaftler dazu bewegen, ein Gegenmittel für die Krankheit zu finden. Der Plan gelingt, doch der Wissenschaftler verbündet sich unerwartet mit Chang und seinen Leuten und erteilt ihm den Auftrag, die Puppe zu jagen und für diese Aktion zu rächen.
Kommentar:
Ein guter, spannender und kurzweiliger Roman, der inhaltlich zwar dürftig, aber insgesamt sehr rund ist. Wieder ist ein abgekoppeltes Abenteuer Inhalt eines Sternenfaustromans. Aber ich mag Chang und seine Crew. Seine Abenteuer waren bisher - und dies schließt diesen Roman uneingeschränkt ein - immer unterhaltsam. Die Idee des verrückten Wissenschaftlers als Hoffnung für ein Gegenmittel und die Art wie er ins Spiel gebracht wird, waren sehr gut. Stan Hamilton hat somit auch bei seinem zweiten Band für die Serie nichts falsch gemacht.
Leider finde ich aber insgesamt, dass der Plot des aktuellen Zyklus zu zerfranst und verzweigt ist. Kridankrieg, Quallenschiffe, Erdanaarintirge, Berger, Geneticvirus, Danas Odyssee und viele eingestreute Einzelabenteuer sind mir zuviel des Guten und lassen mich oft die Lust am nächsten Band verlieren. Der rote Faden, der Fortsetzungscharakter und somit das Interesse an der Gesamtstory werden so meiner Meinung nach unterdrückt. Warum handelt man hier nicht ein Thema nach dem anderen ab. Maximal zwei Handlungsstränge würden die Sache für meinen Geschmack ansprechender und übersichtlicher gestalten. Viele Themen werden auch zu flach behandelt. Es sind gute Aspekte dabei, aus denen mehr Potential und damit mehr Romane zu schöpfen wären.
Dieter Krämer (Sternensonde)
Weitere Lesermeinungen aus dem Bastei Forum:
Hermes:

Stan Hamilton schickt Harry Chang und die Merchant II erneut ins große Abenteuer. Ein Komplize der Spinne bedient sich der Crew, um einen Auftrag zu erledigen. Ein von den Genetics ausgestoßener Wissenschaftler, der keinerlei Beschränkungen mehr bei seinen Forschungen akzeptiert, soll dazu gebracht werden, die unter den Genetics grassierende Seuche zu stoppen.
Ein kurzer, knackiger Plot, der aber wieder ungemein gut in Szene gesetzt wird. Harry Chang und seine Besatzung, die Puppe und natürlich Scott I. Caldwell bereiten dem Leser viel Freude. Durch seine ironische Art versteht Hamilton es, selbst die grausamsten Ereignisse in einem für den Leser erträglichen Rahmen zu halten. Und davon gibt es einiges. Obenan die menschenverachtenden Experimente des Genetic-Wissenschaftlers und ihre Ergebnisse. Aber bei Hamilton werden wir von falschem Pathos verschont. Bei ihm sind Grausamkeiten und Gewalt Stilmittel um die Handlung auszumalen und voranzubringen, kein Selbstzweck an dem der Autor und der Leser sich berauscht. Und sie werden wohltuenderweise nicht in einen ideologischen Kontext gestellt, der diese Brutalitäten dann auch noch moralisch überhöht und rechtfertigt.
Fazit: Ein unterhaltsamer, gelungener Band.