Sternensonde

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SF 144Sternenfaust
Band 144
Wächter des Kristariums

Autoren: Volker Ferkau
Cover: Arndt Drechsler
Erscheinungsdatum: 10.08.2010
Genre: Science-Fiction

Zyklus: Erzengel-Zyklus

Sternensonde Wertung:
Gut

 

Zusammenfassung:

Die Wigore Anneé, George Yefimov, Ashkono Tregarde, Mary Halova und die vier Marines Pete Frampton, Bon Scott, Linus und Gale werden in den Gassen Loodoons von »Mothers Drillern« mit Dampfdruckgewehren beschossen und retten sich in die Katakomben. Dort herrscht Several Thunder, der wie weiland Dr. Frankenstein Leichen wieder zum Leben erweckt. Er ist der nicht weniger absonderliche Gegenspieler von Mother Snipe, und für ihn müssen Yefimov und seine vier Marines binnen 16 Stunden das Tagebuch der »Herrin von Loodoon« stehlen oder die Linguistin und der Doktor müssen sterben. Der Kommandant der Marines und seine Mitstreiter werden jedoch von Mother Snipe - die mal in der Gestalt einer riesigen Spinne, mal als »wunderschöne« Frau auftritt - mittels hochmoderner, als Magie missverstandener (Dampf-)Technik ertappt und müssen nun als Gladiatoren in der Arena um ihr Leben kämpfen. Hier treffen sie auch Jake Austen wieder, der sich inzwischen aufgrund seiner Nahkampfkünste die Freundschaft des Hünen Krodor erworben hat. Gemeinsam bewähren sich unsere Freunde zunächst im Kampf gegen die »Gremmel« und suchen dann, nicht bevor die J'ebeem Jeroine dem Commander einen letzten Blick zugeworfen hat, ihr Heil in der Flucht. Die führt sie geradewegs und noch rechtzeitig zurück in die Katakomben, um in den Gedankenaustausch über Thunders Zukunftsaussichten zu platzen und Tregarde und Halova vor der Verstümmelung durch dessen »Crackos« zu bewahren. Nachdem Krodor Several Thunder noch rasch den Hals umgedreht hat, teilen sich die Kameraden in zwei Gruppen auf.

Halova und Austen dringen in den Kristalltempel ein, um dann festzustellen, dass sie darin gefangen sind. Innerhalb weniger Minuten werden sie mit der Naniten-Technik verschmelzen und dann selbst zu Kristallen werden. Nicht sonderlich beeindruckt davon fertigen sie Kopien von Symbolen an und lassen sich von den beiden Bewohnern des Tempels erklären, was es mit der Vergangenheit von Fal auf sich hat. Kurzum: Es sind die »Krellys«, die alle Völker angreifen, deren Entwicklung einen hohen Stand erreicht hat. Die Fal'Zie entschieden sich deshalb einst für den Rückschritt und erbauten sicherheitshalber das »Kristarium«, in dem Naniten produziert werden, welche darauf programmiert sind, Kunststoffe zu zerstören.

Krodor, Tregarde, Yefimov und seine Marines stürzen unterdessen zur »Drachenhalle« um die Wigore Anneé vor dem Drachen »Rancorhead« - wie sich herausstellt eine weitere Erscheinungsform Mother Snipes - zu retten. Das besorgt letztlich aber nicht der Colonel, sondern wiederum Krodor. Der tötet »Rancorhead« zwar, kommt dabei aber auch selbst ums Leben. Weil »Fantasy« ohne Drache nicht möglich ist und weil das Publikum solchermaßen um sein Schauspiel betrogen wurde, jagt der Mob von Loodoon nun rachsüchtig hinter den Gefährten her, erreicht aber nur Anneé womit sich auch Yefimovs Traum(a) von der großen Liebe erledigt hat.

In dem Augenblick, da man sowohl im Kristalltempel wie auch in den Straßen Loodoons einsehen muss, dass es keinen Ausweg mehr gibt, erscheint der Alendei Turanor aus dem Nichts und teleportiert das gesamte Außenteam wieder auf die STERNENFAUST und in Sicherheit.

Kommentar:

Hier greife ich dankbar auf die Zusammenfassung von Aldebaran aus dem Bastei-Forum zurück, weil ich es besser und ausführlicher nicht schreiben könnte. Der zweite Teil bietet wiederum von allem viel, doch aufgrund der Kürze eines Heftromans bleibt zuwenig Zeit für Details. Ungeklärt bleiben auch die Parallelen zum irdischen London des vorletzten Jahrhunderts. Ob es zufällig ist, oder die Ähnlichkeiten durch gleiche Voraussetzungen entstanden, ist nicht eindeutig. Die Hatz mit dem abrupten und etwas unerwarteten Ende war zwar schlüssig und teilweise auch spannend. Doch insgesamt fand ich die beiden Romane etwas zu extrem und exotisch für Sternenfaust-Verhältnisse. Mehr Sinn hätte das Ganze gemacht, wenn man einen längeren Zyklus aus der Odyssee gemacht hätte. So wie es bei Perry Rhodan oder Maddrax die Regel ist. Dazu hätten einige wichtige Protagonisten stranden, und um die Rückkehr kämpfen müssen. Zehn Romane hätte das allemal ergeben. Und das Kristarium und die Lösung um „Mother Snipe“ wäre der krönende Abschluss gewesen. Die Rückkehr hätte auch nicht so einfach bzw. lapidar erfolgen müssen. Ich hätte mich gefreut zu sehen, was andere Sternenfaust-Autoren aus dieser Welt herausgeholt hätten.

Alles in allem mag ich aber den Stil und die Ideen von Volker Ferkau. Er müsste neben Mythenland die Gelegenheit bekommen, seine grenzenlose und ansprechende Fantasie in einem eigenen, großen Buch oder einer Reihe ausleben zu dürfen. So wie es Jo Zybell, Uschi Zietsch oder Claudia Kern schon vor ihm gelungen ist.

Dieter Krämer (Sternensonde)

Weitere Lesermeinungen aus dem Bastei Forum:

Hermes:
Genial

Der zweite Band von Volker Ferkau knüpft nahtlos an den ersten an. Weiter geht die atemlose Jagd durch Loodoon. Und wieder nimmt das brutale, gnaden- und hoffnungslose Szenario den Leser gefangen, vergeht die Zeit wie im Fluge. Das Ende ist jedoch ein wenig getrickst und passt nicht recht zum übrigen Geschehen.

Auch sonst gibt es einige Fragen, die offen bleiben. Wer war Mother Snipe? Was hat es mit diesem geheimnisvollen Elixier auf sich, das Tote wieder zum Leben erwecken kann? Was wurde aus Jeroine? Warum gibt es soviele andere Völker auf dem Planeten? Wieso wird auf diesem weit entfernten Planeten ausgerechnet London nachgebaut? usw.. Es bleibt auch nach wie vor die Frage, warum die Sternenfaust gleich ein Beiboot losgeschickt hat und nicht erst Satelliten bzw. Drohnen.

Und wenn man es ganz genau nimmt, ist die "Handlung" des Zweiteilers sehr dürftig. Ein Trupp Marines schlägt sich durch ein Weltuntergangszenario. Die wenigen Informationen, die man sich beschaffen kann, bleiben zusammenhang- und größtenteils belanglos. Und am Ende fällt die Lösung wie Manna vom Himmel.

Doch trotz dieses Befundes bleibt der Zweiteiler packend und bewegend. Das Endzeitszenario Loodoon ist so stimmig entworfen, die Atmosphäre meisterhaft eingefangen. Auch für den zweiten Teil von mir Sternensonde: genial.

Ansonsten stimme ich der Aussage von Frank6 zu: Als Ausnahme klasse, aber zum Dauerthema der Sternenfaust sollten solche Endzeitszenarien nicht werden.