Zusammenfassung:
Shanija Ran, As'mala und Seiya sind auf der Suche nach dem entführten PONG. Bei der Verfolgung der Spur treffen sie im "Verkehrten Land" auf das Volk der Fiogan. Die Vogelwesen bringen die drei Frauen zu der goldenen Stadt Khatasta. Sie birgt ein dunkles Geheimnis, in das die drei Frauen schließlich verstrickt werden. Shanija wird wieder als „Die Eine“ erkannt und soll eine alte Prophezeiung erfüllen. Sie entwendet das geheimnisvolle Schwert Tyr aus dem Palast des Präfekten, das dazu geschmiedet wurde um Slintan, den Gott der Fiogan zu vernichten. In ein abenteuerliches Komplott der Fiogan und des Präfekten der Stadt Khatasta verwickelt, gelingt es Shanija schließlich das real existierende Fabelwesen zu töten und die Stadt von dem dunklen Fluch zu befreien.
Danach führt der Weg die Gefährtinnen weiter zu einer skurrilen Stadt in der Wüste. Die so genannte „Flüstertüte“ ist eine religiöse Stätte, in denen nicht nur ein absurdes Völkergemisch herrscht, sondern auch eine irrsinnige Bürokratie. Einmal in die Stadt gelangt, ist es für die drei Frauen wesentlich schwieriger, diese auch wieder zu verlassen. Auch bis hierher ist Shanijas Ruf als Trägerin der Sonnenkraft schon vorausgeeilt. Ein Ameisenwesen namens Parponera und ein Adept namens Mun heftet sich an die Versen der drei Neuankömmlinge. Während das Ameisenwesen Parponera einer Sekte angehört die die Sonnenträgerin vernichten will, ist Mun lediglich Beobachter und Gönner der Auserwählten. Darren Hag, ein Architekt der das defekte Orakel der Stadt reparieren soll, hilft den Frauen bei ihren Versuchen eine Unterkunft zu finden und schließlich auch bei der Weiterreise mit dem Zug. Zuvor kommt es jedoch zum Duell mit Parponera und die Frauen können sich wieder einmal der eigene Haut erwehren. Darren und Mun schließen sich Shanija, PONG, As'mala und Seiya auf der Weiterreise zum Zentralarchiv an. Doch in der Nacht vor der Abreise wird Shanija entführt…
Kommentar:
Das Schwert des Präfekten:
Der dritte Teil der SunQuest Reihe ist sehr fantasylastig geworden. Dies gereicht der guten Story und der handwerklichen Leistung aber keinesfalls zum Nachteil. Eine weitere Facette dieser außergewöhnlichen Serie wird hier hervorragend genutzt. Die bereits eingeführten Charaktere werden von Stefanie Rafflenbeul sehr gut ausgearbeitet. Sie differenziert gekonnt zwischen der etwas rauen Kämpferin und Diebin As'mala, der zurückhaltenden und schüchternen Prinzessin Seiya und der durchsetzungsfähigen und routinierten Raumfahrerin Shanija. Die mittlerweile freundschaftliche Beziehung der Frauen untereinander wird ebenfalls ordentlich dargestellt. Die Story selbst und die faszinierenden Ortschaften an denen dieser Teil spielt werden sehr gut aufgebaut und die Geschichte enthält unerwartete Wendungen und ein spannendes Finale. Das Fabelwesen Slintan, das wie PONG bei der Landung auf Less erst aus einer halborganischen Maschine entstanden ist, war ein besonderes Highlight dieser Episode. Insgesamt wirkt dieser Roman frisch und unverbraucht. Stefanie Rafflenbeul ist ein erstaunliches Erzähltalent und stellte dies auch in der Endzeitserie Maddrax schon unter Beweis. Dort veröffentlichte sie mit Band 201 „Die Rachegöttin“ ihren ersten eigenen Heftroman der Serie unter dem Pseudonym Michelle Stern. Zuvor hatte sie schon an der Seite von Uschi Zietsch die Möglichkeit mit Band 189 „Die Regenbogenschlange“ einen anspruchsvollen Beitrag zur Serie zu leisten.
Das flüsternde Orakel:
Jana Paradigi ist die zweite Newcomerin, die bei SunQuest ihren Einstand gibt. Sie liefert mit dem Roman „Das flüsternde Orakel“ eine Geschichte voller witziger und ironischer Elemente ab, die mich ein wenig an Terry Pratchett erinnerten. Auch Jana bringt die Frauenpower gut zur Geltung und charakterisiert die drei Damen frech und modern. Ihre Konservationen sind spritzig und natürlich. Auch sie stellt die entstandene Freundschaft untereinander sehr glaubhaft dar. Ihr Abenteuer ist wesentlich bodenständiger als „Das Schwert des Präfekten“, obwohl es ebenfalls reichlich Fantasyelemente beinhaltet. Doch bei Jana stehen mehr ihre Figuren und deren Handlungen im Vordergrund. Das Gesamtergebnis ist sehr ansehnlich und kurzweilig geworden. Ein spannendes Abenteuer mit vielen mysteriösen und skurrilen Charakteren und einer guten und ausgewogenen Story.
Die Schreibwerkstatt von Uschi Zietsch scheint den Jungautoren mehr als nur die handwerklichen Grundlagen zu vermitteln. Denn insgesamt steht dieses Buch dem ersten Teil der SunQuest Reihe und ihren erfahrenen Autoren in nichts nach.
Außergewöhnlich sind auch die sehr weichen und fliesenden Illustrationen von Gabriele Scharf. Sie bilden die krönende und absolut harmonische Untermalung dieser beiden tollen Geschichten.