Sternensonde

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SunQuestSunQuest
Band 4
Hort des Wissens

Autoren: Michael H. Buchholz und Rüdiger Schäfer
Cover: Swen Papenbrock
Erscheinungsdatum: Dezember 2007
Genre: Science F
iction

Sternensonde Wertung:
Weihezeit:
Genial
Der Rote Adept:
Sehr gut

 

 

Zusammenfassung:

Der orgamechanischen Vogel geht unsanft auf der Insel im Kratersee in der Stadt Burundun nieder. Shanija, PONG, As'mala, Seiya, Darren und Mun haben nun endlich das Zentralarchiv erreicht. In der Stadt ist die sogenannte Weihezeit. In Burundun ist Mun als einziger menschlicher Adept sehr angesehen. Seine Anwesenheit hilft auch dem Rest der Gruppe bei der Suche nach einer Herberge und sichert auch ihr überleben im teilweise gefährlichen Gewirr der Stadt. Die Gefahren bekommt Shanija am eigenen Leib zu spüren als sie einer Diebin namens Windreit aus dem Volk der Selachen über den Weg läuft. Diese Wesen sind in der Lage den Zeitablauf zu verlangsamen und in einer parallelen „roten Welt“ die Opfer unbemerkt um ihre Habseligkeiten zu erleichtern. Windreits Schwester Windfang wurde von einem unbekannten Selachen beim Beutezug erwischt und in der Parralelwelt vergewaltigt und geschwängert. Ihre Schwester muss nun für Geld sorgen um sich und ihre Schwester und den angekündigten Nachwuchs zu versorgen. In Shanijas Fall hat es die Diebin auf PONG abgesehen und nur der Drache selbst verhindert, dass ihr das lebende Amulett aus der Haut geschnitten wird. Shanija kommt leicht verletzt und mit dem Schrecken davon. Bei einem Händler erhält sie nicht nur eine Heilpaste für die Wunde, sondern auch Informationen, die sie auf der Suche nach der Urmutter weiterbringen könnten. Er erzählt ihr von dem Volk der Fioren, welches seit Ewigkeiten auf dem Grund des Kratersees leben soll und alles Wissen der Jahrtausende gehortet hat. Zugleich bietet er der Menschenfrau ein Kraut an, welches ihr den Tauchgang auf den Meeresgrund ermöglichen soll. Doch der Preis ist zu hoch und nur Darren kann in einer Spielhölle den erforderlichen Betrag erspielen. Darren spielt Strikkit und mit am Tisch ist der Selache Legetar, der Windfang geschwängert hat. Windreit ist weiterhin auf Shanijas Spuren und so gelangt sie ebenfalls in die Spelunke und verhilft durch Revidierung der Spielmanipulationen des Selachen Darren und Shanija zum Gewinn. Danach gehen beide mithilfe des Krautes auf Tauchstation im Kratersee. Doch sie finden keine Unterwasserstadt. Als der Tauchausflug in einer Katastrophe zu enden droht, werden sie von einem Dampfunterwasserboot aufgelesen. Dieses Boot unter dem Kommando von Kapitän Menlu beschützt und versorgt die drei letzten Fioren. Nur er kennt deren Aufenthaltsort und so kommt Shanija durch scheinbar unerwartete Zufälle, die sich später als durchaus beabsichtigt erweisen, doch noch ans Ziel. Darren und Shanija treffen auf die letzten drei lebenden Fioren. Ihr Volk wird mit den drei männlichen Exemplaren aussterben. Die Fioren erzählen Shanija ihre Geschichte und offenbaren, dass das Zentralarchiv und die Insel im Kratersee selbst durch den Absturz ihres Raumschiffes entstanden sind. Der Turm des Archivs ist eine Strebe des Raumschiffes. Die Fioren und ihre „Speicherwürmer“ die eine Evolution durchlaufen haben und heute die mysteriösen und intelligenten Herrscher des Archivs darstellen, sind somit zu den Hütern eines gewaltigen Wissens geworden und für die Entstehung der Adepten als Wissenssammler verantwortlich. Die Fioren bestätigen, dass es die Urmutter tatsächlich noch gibt und sie wirklich eine Möglichkeit kennt, Less zu verlassen. Doch den Aufenthaltsort der Urmutter kennen auch die Fioren nicht und können ihr nur ein Bild der Landschaft vermitteln, in der sie sich aufhält. Auch die wiederholte Bedrohung durch den Durchbruch eines mächtigen Wesens in dieses Universum steht in Zusammenhang mit Shanija und wird von den Fioren als düstere Endzeit prophezeit. So kehren die beiden mit unglaublichen Neuigkeiten zu den anderen zurück, Shanija ist jedoch nicht wirklich vorangekommen. So bleibt nur noch die Hoffnung, dass Mun nach seiner Weihe im Zentralarchiv Hinweise finden wird. Ein letzter Versuch macht Shanija dennoch. Sie sucht eine geheimnisvolle Frau der Lumini auf. Sie hilft ihr aber auch nicht wesentlich weiter und statt Shanija verliert PONG die Erinnerung an den Aufenthaltsort des Datenkristalls in seinem Bauch. Windreit hat unterdessen den Händler des Brakkenkrauts um die Bezahlung durch Darren und Shanija erleichtert. Als Windreit von ihrem Beutezug zurückkehrt, findet sie ihre Schwester mit der Hebamme und dem bereits geborenen Kind vor. Doch das Kind ist bereits Tod und liegt als alter Mann in den Armen seiner Mutter. Kurz nach der Geburt beschleunigte sich sein Wachstum bis er innerhalb kurzer Zeit als Greis verstarb. Kein gutes Omen und ein mysteriöses Zeichen, das scheinbar auch mit Shanija und ihren Begleitern in Zusammenhang steht…

Mun begibt sich zum Zentralarchiv, um sein angesammeltes Wissen in der rituellen Endbürdung „abzuliefern“. Dort treffen gerade die neuen Schüler ein um sich für die Weihe zum Adepten vorzubereiten. Mun trifft auf einen Selachen namens Legetar und der Adept beschäftigt sich mit dem seltsam verklärten Anwärter. Mun wird immer wieder von einem seltsamen Phänomen heimgesucht, das eine Blauverschiebung der Umwelt und auftretende Kälte hervorruft. Muns Rückkehr ins Zentralarchiv ist auch mit Visionen aus seinem alten Leben verbunden und so erinnert sich Mun an seinen Weg von der Kindheit bis zur Berufung als Adepten. Mun Lanaka muss als Junge miterleben, wie der Hof seiner Eltern von einer Räuberbande überfallen wird. Seine Eltern werden bestialisch ermordet. Der Junge selbst kann sich in einem Brunnenschacht vor den Mördern verstecken. Völlig traumatisiert schließt er sich einem vorüberwanderten Adepten namens Alman a Sant an, den er in den kommenden Jahren begleitet. Dieser ist kaltherzig und skrupellos gegenüber Mun und erniedrigt und züchtigt den Jungen wann immer es geht. Doch Mun bleibt hart und übersteht die harte Schule des Adepten. In Burundum, der Stadt des Zentralarchivs, lernt er das Mädchen Mairee kennen. Er verliebt sich in sie und bei seiner Rückkehr als junger Mann entschließt sich Mun bei ihr zu bleiben. Als er Alman a Sant dabei erwischt, wie er sich an seiner Freundin vergreift, kommt es zur Konfrontation. Im Kampf verletzt er seinen Mentor tödlich. Im Sterben orakelt er, dass alles vorherbestimmt war und er sich bei dem Bibliothekar Taardar melden sollte. Nach der Begegnung mit dem wurmartigen Draawen steht fest, das Mun der erste menschliche Adept werden wird. Er verlässt Burundum und seine Freundin Mairee. In der Gegenwart besucht Mun den sterbenden Draawen Taardar. Er erwähnt wieder Muns Bestimmung eine besondere Rolle als erster Menschenadept einnimmt und erwähnt den roten Adepten, der bereits im Archiv sein muss. Er hält Mun auch dazu an, nach seiner erfüllten Aufgabe mit Shanija Ran nach der Urmutter zu suchen. Mun stellt den Gegenspieler des Roten Adepten dar und soll eine Katastrophe für Less und das Archiv verhindern. Er ist der Weiße Adept. Als Mun klar wird, dass Legetar der Rote Adept ist, scheint es schon zu spät. Er befindet sich in der roten Welt und kann durch seine Zeitmanipulation einen Kollaps hervorrufen, der das Zentralarchiv zerstören würde. Doch Mun kann zu ihm vordringen. Seine Fähigkeit, in die Welt der Selachen vorzudringen, rief das Phänomen der Blauverschiebung hervor. Es gelingt Mun, Legatars Anschlag zu verhindern. Der Selache stirbt ausgelaugt in Muns Armen. Doch der Rote Adept scheint nicht unbegründet seiner Aufgabe zu folgen. Durch seinen Anschlag, wurde überschüssige Psi-Energie aus dem Archiv abgeleitet. Mun kehrt zu seinen Freunden in die Stadt zurück ohne konkrete weiter Hinweise auf den Aufenthaltsort der Urmutter. Nur ein Hinweis, dass sie vermutlich an der Stele von Majakar zu finden sein könnte. Shanija will die Gruppe verlassen und sich auf die Suche begeben. As'mala, Seiya und Darren sind entrüstet und es kommt erneut zum Streit über die Ziele der Gruppe. Doch Shanijas Entschluss steht fest und Mun wird sie begleiten, wie es der verstorbene Draawe gefordert hat.

Kommentar:

Weihezeit:
Für meinen Geschmack ist dieser Roman der bisher beste Beitrag zur Serie. Michael M. Buchholz verwebt wie kein anderer Autor zuvor die magischen und mysteriösen Elemente des Mondes Less und erzeugt eine ausgewogene Mischung aus Science-Fiction und Fantasy. Sein Unterwasserausflug war der Höhepunkt der spannenden Story und erinnerte mich zum einen an das Trimagische Turnier aus Harry Potter und zum anderen natürlich auch an Jules Vernes Kapitän Nemo und seine Nautilus. Auf diese Parallele wurde auch bewusst hingewiesen. Auch die geheimnisvollen Rassen die er in seinem Part einführt, tragen zu einem besonderen Roman bei. Da sind zum einen die Selachen, deren außergewöhnliche Gabe ein Highlight darstellt und zum anderen die mysteriösen Fioren, deren Existenz bis zum Ende ein großes Geheimnis darstellt. Die Beschreibung der fremden Rassen ist auch so detailreich dargestellt, das man sich diese auch sehr gut vorstellen kann. Ich finde es äußerst respektabel was für eine faszinierende und fesselnde Story Michael M. Buchholz auf etwas mehr als hundert Seiten Taschenbuch entstehen lässt und die Zusammenfassung zeigt, welche Fülle an Ideen und Informationen er absolut harmonisch unterbringen konnte.

Der Rote Adept:
Eine weitere hervorragende Geschichte aus dem SunQuest-Universum. Ich fühle mich schon richtig heimisch auf Less und Rüdiger Schäfers Beitrag hat seinen Teil dazu getan. Zum ersten Mal beschäftigt er sich fast ausschließlich mit einer Einzelperson der Serie und erzählt aus deren Vergangenheit. Aus gegebenem Anlass fiel die Wahl auf Mun, der als weißer Adept das Gegengewicht zu dem roten Adepten darstellt, der diesem Roman seinen Namen gab. Muns Charakter erhält dadurch natürlich eine enorme Tiefe, die er den anderen Personen nun leider voraus hat. Mir würde es gefallen, jede Person so ausführlich kennenzulernen. Doch die Serie ist vorläufig nun mal auf sechs Bände zu je zwei Einzelstorys begrenzt. Shanija hätte in einer Fortsetzung der Serie noch eine Chance näher beleuchtet zu werden. Die vorangegangenen Autoren taten dies schon in Ansätzen, blieben dabei jedoch recht oberflächlich. Insgesamt hat dieser Band richtig Spaß gemacht.

Robert Straumanns Illustrationen habe ich schon bei Perry Rhodan kennen und schätzen gelernt. Der Stil seiner Bilder erscheint anfangs etwas gewöhnungsbedürtig, diese versprühen aber bei näherer Betrachtung einen ganz eigenen und besonderen Charme. Robert hat seine Bilder wunderbar an die Handlung angepasst und diese wurden an den richtigen Stellen in das Buch integriert.