Sternensonde

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Der Virenplanet E.C. Tubbs
Star Voyager
Ein Titan Sternenabenteuer
Der Virenplanet

Autoren: Matthias Fallke & Michael Knoke
Erscheinungsdatum: November 2009
Genre: Science-Fiction-Thriller

Sternensonde Wertung:
Gut

 

Zusammenfassung:

Terra droht im Chaos zu versinken. Genmanipulierte Wesen und Naturkatastrophen machen den Planeten immer unbewohnbarer. Die Weltregierung beschließt zusammen mit der CRC das Projekt STAR VOYAGER, und die TITAN startet mit zahlreichen weiteren Prospektorenschiffen ins All. Die Ziele: Rohstoffe zur Energiegewinnung und erdähnliche Planeten zur raschen Besiedelung.

Während Ceccyl Céraderon eine biokristalline Boteneinheit in einem geheimen und gefährlichen Selbstversuch testet und dabei scheinbar stirbt, betraut Amos Carter auch Cyborg Five mit einer geheimen Mission. An Bord des Prospektorschiff Jeanne d’Arc fliegt er zum Moses-System um mysteriöse Aktivitäten unbekannter Siedler vor Ort zu ergründen. Er sammelt ungeheure Informationen und kann trotz seiner Entdeckung zu seinem Schiff zurückkehren. Doch zeitgleich verunglücken die junge Pilotin Aurelia und ihr Ausbilder Kris bei einem Routineflug. Sie geraten in die Fänge der Menschmaschine die hier in einer geheimen Basis agieren und zwischen die Fronten einer riesigen Verschwörung. Auch Cyberjohn gerät bei der Rettungsmission der beiden Piloten in Gefangenschaft. Er sendet ein Hilfesignal an die TITAN und kann mit einem Schiffsprototyp aus den geheimen Werften fliehen. Durch diese Aktionen bringt er Shalyn Shan und ihre Crew in eine prekäre Lage, die erst den ganzen Umfang dieser Verschwörung ans Tageslicht bringt…

Kommentar:

Auch die Titan-Sternenabenteuer des Blitz-Verlages machten wie die Schattenchronik eine mehr als einjährige Pause um mit diesem Band eine neue Ära einzuläuten. Neben der Ausführung als hochwertiges Hardcover in Sammlerausführung wurde auch der Umfang auf über 500 Seiten in angenehmer Schriftgröße erweitert. Deshalb wurde auch der Preis für diesen Band auf 24,95 Euro angehoben. Im Preis-Leistungsverhältnis zu den Paperbacks gesehen wirkt dies angemessen. Als Überschrift über den neuen Zyklus prangt der Name Star-Voyager und „Pate“ stand der mittlerweile leider verstorbene englische SF-Autor E.C. Tubb. Zum Erscheinungszeitpunkt dieses Auftaktbandes war auch schon der zweite Band unter gleicher Flagge und in gleicher Ausführung geplant. Er sollte den Titel „Der Schwarm aus Stahl“ tragen. Nun dauerte es wiederum mehr als ein Jahr bis zur Fortsetzung und diese sollte gänzlich anders aussehen als geplant. Die Hardcoverausführung blieb, aber der Umfang ging zugunsten des Preises auf 160 Seiten zurück. Dafür erschienen im Oktober und Dezember 2010 gleich zwei Folgen der Serie, die die Nummern 1 und 2 tragen. Der Virenplanet wurde als 0-Nummer und Einstiegsabenteuer deklariert. Soviel zu den doch verwirrenden Änderungen in der Erscheinungsform.

Der Roman überzeugt in seiner Aufmachung und der guten Umsetzung einer interessanten Handlung. Ohne die Vorgeschichte zu vernachlässigen, setzt Star-Voyager in vielen Punkten völlig neu an und führt doch die Handlung aus dem letzten Zyklus fort.

Den Part um das Botenbewusstsein LILIAN übernahm der völlig unerwartet verstorbene Autor Michael Knoke. Seine Kapitel um den Kampf von Ceccyl Céraderon mit den Nanoviren sind sehr intensiv beschrieben und lockern den doch recht linearen Roman auf. Teilweise wirken die extremen Dialoge von LILIAN jedoch etwas zu verspielt und wiederholend, ja sogar verwirrend.

Den größten Teil des Romans übernahm somit Matthias Falke. Er hat einen unglaublich angenehm zu lesenden Schreibstil, bei dem auch langweiligere Passagen nicht zum Leseverdruss führen. Diese Passagen gibt es leider, denn der Umfang des Buches wird der doch übersichtlichen Story nicht gerecht. Vieles ist in die Länge gezogen. Die Handlung gerät dabei immer wieder ins stocken und das Gesamtergebnis bildet insgesamt nicht nur das Fundament auf dem die kommende Handlung aufgebaut wird. Vielmehr ist dies ein lupenreines, in sich abgeschlossenes Sternenabenteuer und wird somit wieder dem Titel gerecht.

Mit dem Paperback Band 22 „Todesanzeigen“ stieg ich vor über fünf Jahren in die Serie ein. Die alten Promet- und Titangeschichten kannte ich nur vom Hörensagen. Was mich gleich faszinierte war die Andersartigkeit dieser SF-Serie. Da wurde nicht sparsam mit Sex und Erotik gespielt. Dazu waren die Charaktere exotisch und die Handlung teilweise völlig untypisch im Vergleich mit klassischen SF-Serien. Diese Faktoren prägten meine Begeisterung für die Titan-Sternenabenteuer. Nun geht die Serie mit Star-Voyager bzw. diesem Roman für meinen Geschmack eher in die neutrale Zone der Science-Fiction. Der vorliegende Band ist ein klassischer SF-Roman im Stil eines Perry Rhodan Planetenabenteuers geworden. Die exotischen Grundelemente aus dem vorhergehenden Zyklus blieben zwar erhalten, wirken aber abgeschwächt. Ein Wernher von Witzleben oder ein Voodoopriester sind zu Beginn der neuen Staffel genauso wenig an der Handlung beteiligt wie Genmonster oder außerirdische Invasoren. Der Sex ist sparsam und etwas ungelenk platziert und Shalyn Shan und die Titan haben erst auf den letzten hundert Seiten ihren eigentlichen Auftritt. Dafür ist der Hauptcharakter Cyberjohn Five alles andere als langweilig und in ein Abenteuer verstrickt, das nicht nur gut geschrieben ist, sondern auch rund und professionell wirkt. Nach diesem Band ist eine Einschätzung des neuen Zyklus der TITAN-Sternenabenteuer sehr schwer. Auf jeden Fall ist „Der Virenplanet“ ein hervorragender und eigenständiger Science-Fiction-Roman und sehr guter Einstieg für Neuleser.